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Sonstige Tipps

Druckgerechtes Konstruieren für Anfänger

Diese Tipps sind von Michael, einem 3D Drucker Profi. Der Beitrag wurde in RCN veröffentlicht.
Danke an Michael, für die Erlaubnis diesen Beitrag auf meiner Homepage zu veröffentlichen.

Hallo

Zum druckgerechten Konstruieren möchte noch einen Tipp hinzufügen, der das Zeichnen an sich betrifft. Damit aber das Ganze nicht unter dem missverständlichen Titel „Vorlage für Heckfahrwerk“ bleibt, stelle ich es hier neu ein.

Wie ich bereits erwähnte, richten sich diese Tipps an Anfänger. Dass das nicht vollständig sein kann ist klar, es kann nur besser werden, wenn weitere Tipps hinzukommen. Wie kaum irgendwo sonst, muss so oft geändert werden wie beim 3D Druck. Deswegen ist hier ein parametrisches CAD Programm die erste Wahl.

Sehr oft betreffen die Änderungen Bohrungen, die entweder zu groß oder zu klein ausgefallen sind. Hier bieten diese Programme, eine Tabelle anzulegen, in der die einzelnen Durchmesser benannt und festgelegt werden. Stellt man nun fest, dass z.B. alle gleichgroßen Kernlochbohrungen für Gewinde nicht passen, braucht man nur in der Tabelle den Wert ändern, statt mühsam die Zeichnung zu durchforsten, wo überall die entsprechende Bemaßung steht.

Druckgerechtes Zeichnen

1. Schon beim Entwurf muss man berücksichtigen, in welcher Richtung das Teil gedruckt werden soll. Oft lässt die Bauform nur eine Druckrichtung zu, oder man muss umkonstruieren.

2. Die Druckrichtung hat großen Einfluss auf die Zug- und Biegefestigkeit. Diese ist am größten in Längsrichtung der Druckbahnen. Die Verschweißung der Layer untereinander (Layerhaftung) ist leider ein Schwachpunkt.

3. Löcher sollte man tunlichst nicht nachträglich bohren. Dabei wird das homogene Netz der Druckbahnen zerteilt, es entsteht so eine Sollbruchstelle. Dünnwandige Teile mit geringem Infill können dort schon bei der geringsten Belastung brechen.

4. So konstruieren, dass kein Support erforderlich ist. Alles nur dem Support zu überlassen, ist die schlechteste Form der Konstruktion.

5. Lieber ein Teil teilen, wenn es sonst schwierig zu drucken ist
6. Überhänge möglichst nicht flacher als 45° gestalten.

7. Unter senkrechten Löchern, die über einen Hohlraum liegen, eine geschlossene Decke von 1 bis 2 Layern legen. So wird erst eine Decke gedruckt, bevor das Loch gedruckt wird. Diese Schicht zum Schluss aufbohren.

8. Offene Außenkonturen von Decken müssen gradlinig sein. Andernfalls fährt die Düse zwar im Bogen, der Faden der Brücke zieht sich aber gerade.

9. Senkrechte Löcher ca. 0,2 bis 0,3 mm größer zeichnen. Horizontale Löcher ziehen sich nicht so stark zusammen, sie fallen eher etwas ein und lassen sich leicht nachbohren.

10. Bei Gewindelöchern braucht man nicht unbedingt den Kerndurchmesser drucken und anschließend Gewinde schneiden. Es reicht meist, etwas kleiner als Nenndurchmesser drucken und die Schraube direkt reindrehen. Z.B. bei M3 ein 2,8 mm Loch. Das muss man austesten. Das Kernloch sollte mindestens 1,5 mal Nennweite tief sein. Eleganter aber aufwendiger ist eine Sechskantvertiefung, in die eine Mutter eingesetzt wird.

11. Sollen zwei Teile satt, aber ohne zu klemmen, ineinanderpassen, hat sich ein umlaufender Spalt von 0,15 mm bewährt. Voraussetzung sind ebene Wände mit sehr geringem z-wobble. Bei raueren Wänden und größeren Teilen kann der Spalt auch größer werden. Ein Spalt von 0,2 mm sollte aber das Maximum sein, sonst stimmt die Kalibrierung vermutlich nicht. Trotzdem mache ich sicherheitshalber mal einen Testdruck von kurzen Abschnitten der Passteile bevor ein 6 Stundendruck ansteht.

Grüße Michael
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Muttern einpassen

Oft passen Muttern nicht in das vorgegebenen Loch, drückt man mit einer Zange die Mutter rein, kann das Teil brechen. Mit einem Modellbau Fräser kann man die Löcher auch erweitern. Viel einfacher und genauer geht es mit einem Lötkolben. Einfach die Mutter passend mit den Ecken auflegen und mit dem heißen Lötkolben die Mutter einschmelzen. Das funktioniert super und die Mutter hält fest im Bauteil.